Einer der beiden Neulinge in der Saison 2009 war der VfB Gelsenkirchen. Wie sein Pendant aus Köln besteht das Team des VfB zum Teil aus Spielern, die von anderen Mannschaften gekommen sind.
Für einen Neuling schlugen sich die Gelsenkirchener ausgesprochen achtbar. Mit 8 Punkten und 2:9 Toren landete die Mannschaft von Trainer Holger Stäbel auf Rang sieben der Abschlusstabelle 2009 deutlich vor St. Pauli und Chemnitz. Beim Lichtkick Ende Mai belegte das Team Rang zwei.
Stürmer Bayram Dogan erzählt vom Aufbau der Mannschaft: „Sobald wir sicher waren, dass sich die neuen Spieler ohne Gefahr auf dem Feld bewegen konnten, haben wir sie in der Liga gebracht.“ Mit Rang 7 ist die Mannschaft sehr zufrieden: „ Immerhin konnten wir etablierte Teams wie Mainz besiegen. Der Unterschied zu Stuttgart oder Dortmund, die ein Jahr länger spielen, war aber unverkennbar.“
Auch in Gelsenkirchen streben sie den Bau eines eigenen Kunstrasenplatzes für den Blindenfußball an. Der VfB steht in Verhandlungen mit der Stadt und hofft, vielleicht schon 2010 entscheidende Fortschritte zu machen. Personell hat die Mannschaft auf dem Feld Zuwachs durch einen Spieler namens Özer aus Bochum bekommen. „Da müssen wir sehen, ob er schon eine Verstärkung oder erstmal eine Ergänzung des Kaders ist,“ sagt Dogan. Andererseits beendet Stammkeeper Sascha Wanders seine kurze Karriere. „Aus verschiedenen Gründen ist Sascha gegangen. Zwei neue Keeper waren beim Training. Aber wir müssen abwarten, inwieweit sie sich für den Blindenfußball engagieren wollen,“ erklärt der Ex-Nationalspieler vorsichtig.
Konkrete sportliche Pläne bis zum Saisonbeginn gibt es noch nicht. Bei den beiden Turnieren im Dezember ist der VfB nicht dabei. Wahrscheinlich wird es im Winter aber ein Testspiel gegen den Reviernachbarn Dortmund geben, um einen Wunsch der Mannschaft zu erfüllen. „Wir möchten auch einmal Dortmund schlagen,“ sagt Dogan schmunzelnd. Dieses Ansinnen wird sicher auch durch die Rivalität zwischen S04 und dem BVB im großen Fußball beflügelt. Darüber hinaus sagt Dogan ambitioniert: „Wir möchten besser als auf Rang sieben abschneiden.“
Von den Organisatoren der Liga wünscht er sich im Namen seines Teams: „Bei den Spieltagen sollte es auch ein Catering-Angebot für die Spieler muslimischen Glaubens geben. Diese sind doch recht zahlreich in der Liga.“ Mit diesem Wunsch steht Gelsenkirchen ganz und gar nicht allein. Dies belegt die Umfrage des Ligaausschusses aus dem Juli.
Auch wenn das Team noch relativ klein ist, etabliert sich der VfB Gelsenkirchen in der deutschen Fußballgemeinde. Seine Ziele sind erfrischend ambitioniert.